Thüringer Wälder fit machen

Pflanzhinweise

Bäume pflanzen ist einfach. Ein paar wichtige Hinweise gilt es dennoch zu beachten:

Der gute Gärtner pflanzt im Herbst. Vor dem Einsetzen sollte der Baum eine Nacht lang in einen Eimer voll Wasser gestellt werden.

Die Pflanzgrube sollte etwa doppelt so groß wie die Wurzeln des Baumes sein. Um dem Baum einen guten Nährboden zu bieten, kann man etwas Kompost in den Boden geben. Jetzt wird der Baum in die Grube gestellt und ausgerichtet und mit reichlich Erde bedeckt. Damit der Baum gut anwachsen kann, muss er mit reichlich Wasser versorgt werden. Rindenmulch hilft den frisch gepflanzten Baum zu schützen. 

Vor allem in den ersten Wochen benötigt der anwachsende Baum in regelmäßigen Abständen Wasser, um optimal anwachsen zu können.

Viel Freude beim Pflanzen Ihres Baumes

Pflanzhinweise

Im Herbst oder Frühling ist die beste Zeit um Bäume zu pflanzen. Sie finden hierzu einen Artikel des Naumburger Tagesblatt vom 20.04.2020: Beste Zeit für neue Bäume Viel Freude beim Lesen.

Geschichtliches zum Thüringer Wald

Der Thüringer Wald, das „grüne Herz Deutschlands“, wird oft als Synonym für Thüringen betrachtet.

Dass es dem Thüringer Wald nicht gut geht, ist an vielen Stellen schmerzlich sichtbar. Wie kann es gelingen, dass das „grüne Herz“ wieder gesund schlägt? Mich treibt es seit längerem um, was wir jenseits von staatlicherseits geplanten Aufforstungsaktionen tun können. Ihre Idee: selbst Bäume pflanzen, in Parks, in Kindergärten, an Straßen…

Lassen Sie uns einen Blick auf den Wald und seine Geschichte werfen:

Der Thüringer Wald ist  ein waldreiches Mittelgebirge mit einer Größe von rund 1000 Quadratkilometer und erstreckt sich vom Werratal bei Eisenach über 70 km in südöstlicher Richtung bis Großbreitenbach südlich von Ilmenau, wo sich das Thüringer Schiefergebirge anschließt. Das Gebirge erhebt sich bis in eine Höhe von knapp 1000 Metern. Der höchste Berg ist der Große Beerberg (982,9 m) bei Zella-Mehlis. Auf dem Kamm des Gebirges verläuft der 1997 unter Denkmalschutz gestellte Rennsteig.

Das Gebirge steht als Naturpark Thüringer Wald unter Schutz. Den Kernbereich bildet das Biosphärenreservat Thüringer Wald.

Zur Geschichte des Thüringer Waldes

Vor etwa 1000 Jahren begann die Besiedlung der Ränder des Thüringer Waldes. Mit dem sich im 14./15. Jahrhundert entwickelnden Erzbergbau entstanden weitere Siedlungen auch in den Kerngebieten des Waldes. Mit der Besiedlung ging Rodungen zur landwirtschaftlichen Nutzung und Holzversorgung einher. Charakteristisch für die siedlungsnahen Niederwaldwirtschaft waren Baumarten, die aus den verbliebenen Wurzelstöcken wieder austrieben: vor allem Eichen, Hainbuchen, Hasel und Linden.

Um Bau- und Werkholz zu gewinnen, setzte es durch einzelne Bäume weiterwachsen zu lassen. Der Mittelwald, der auch als Viehweide genutzt wurde (sog. Hutewälder), bestand aus breitkronigen Eichen und Buchen.

Für den Bergbau, die Erzverhüttung und Glasherstellung wurden seit dem späten Mittelalter immer größere Mengen Holz gebraucht. Damit wurde massiv in die „Waldökosysteme, insbesondere in die Nährstoffkreisläufe der Wälder“ eingegriffen. Die ausgeplünderten Wälder konnten die Holznachfrage kaum mehr bedienen. Die Situation verschärfte sich infolge des Geldhungers der vielen Thüringer Kleinstaaten, die ihre Holzvorräte vielfach „versilberten“. „Um 1700 war der Tiefstand in Waldzustand und Flächenausdehnung erreicht.“*

Aus der Holznot entwickelte sich im 18. Jahrhundert allmählich die Idee einer auf Langfristigkeit angelegten Nutzung der Wälder. Die Forstwissenschaften fanden Anerkennung als Fachdisziplin und Forstlehranstalten wurden gegründet.

Um den steigenden Holzbedarf der Industrialisierung zu befriedigen, wurden seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem schnell wachsende Baumarten wie Fichte und Kiefer aufgeforstet. Diese großflächigen „Reinbestände“ prägen „heute in der zweiten und dritten Waldgeneration das Erscheinungsbild des Thüringer Waldes“. *

Der durch Stürme wie „Kyrill“ (2007) verursachte große Schadholzanfall und die damit einhergehenden „Übervermehrungen von Schadinsekten zeigten und zeigen gegenwärtig den forstlichen Wirtschaftern die Grenzen der Reinbestandswirtschaft auf“.*

Aus dieser Erkenntnis setzte sich der eingeleitete „Waldumbau mit Laubhölzern zur Stabilisierung der Wälder in Forschung, Lehre und Praxis“ durch und wird infolge des „Wissens um das Fortschreiten der gegenwärtigen Klimaerwärmung forciert“.*

*https://www.thueringenforst.de/waldwissen/waldgeschichte/

Auch wenn ich wüsste, dass die Welt morgen zugrunde ginge, würde ich noch heute einen Apfelbaum pflanzen.

Franz von Assisi (1181-1226)