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Keine Windkraft im Wald – wir brauchen bessere Konzepte

Die Vorgaben der Bundesregierung zum Ausbau der Windenergienutzung verpflichten die Bundesländer, jeweils 1% der Fläche jedes Landes für die Errichtung von Windkraftanlagen vorzusehen. Dabei wird jedoch auf die unterschiedlichen Flächenstrukturen der Länder keinerlei Bezug genommen. So hat speziell Thüringen eine sehr kleinteilige Struktur mit wechselnden topografischen Gegebenheiten und Siedlungsräumen. Größere zusammenhängende Gebiete werden landwirtschaftlich genutzt oder sind Waldflächen. Speziell diese Waldflächen sind auch für die CO2 Bilanz unseres Landes von großer Bedeutung. CO2 ist kein Schadstoff sondern für die Bäume Rohstoff! CO2 muss daher in den Kreislauf gebracht werden! Thüringer Wälder verarbeiten 1/3 bis knapp die Hälfte des in Thüringen anfallenden CO2.

Auch unter diesem Gesichtspunkt ist es völlig unsinnig, Bäume zu roden, um Windkraftanlagen im Wald zu errichten! Hinzu kommen die extremen Beeinträchtigungen für Mensch und Natur, die diese Anlagen haben. Um auch in ausgewiesenen Schwachwindgebieten, wie dem kleinen Thüringer Wald, rechnerisch die geforderten Leistungen zu erzielen, werden Windräder mit 250m Höhe und Rotordurchmessern von 163m geplant. Diese Monster sind dann praktisch von jedem Punkt in weitem Umkreis sichtbar und zerstören das Landschaftsbild. Die gewaltigen Fundamente der Anlagen beeinträchtigen die Grundwasserreservoire und Wasseradern im Boden. Auch bleiben Tierschutzbelange bei diesen Planungen außen vor. Dies alles ist unvereinbar mit einer ökologischen Umweltpolitik!

Wir brauchen für die Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien in Thüringen ganzheitliche Konzepte, dezentrale Erzeugung mit auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmten Konzepten. Wasserkraft, Photovoltaik auf bereits versiegelten Flächen wie Dächern und Biogasanlagen örtlicher Agrarbetriebe können umweltschonender und mit deutlich geringerer oder keiner Beeinträchtigung für die Lebensqualität zur Energieerzeugung beitragen. Diese Konzepte müssen mit den Menschen vor Ort und mit deren Sachverstand erarbeitet werden Wir brauchen keine von zentralen Stellen aufgestülpte Direktiven, die an den wirklichen Problemlösungen vorbei gehen.

Bürger für Thüringen stehen für einen ergebnisoffenen und lösungsorientierten Dialog, um die besten Resultate für Mensch, Natur und klimaschonende Energieerzeugung zu erarbeiten.

In Thüringen haben wir viele sachkompetente Menschen mit guten Ideen. Diese Menschen wollen sich einbringen und es gilt die Ideen, Ansätze zu sammeln, mit Kompetenz zu prüfen und zu bündeln und dann zum Wohle der Menschen und Natur umzusetzen. Dazu bedarf es eines offenen daten- und faktenbasierten Diskurses ohne Vorurteile. Das setzt auch eine hohe Transparenz in Politik und bei Planungsvorhaben voraus.